Donnerstag, 16. April 2009

SparBuch Kapitel 1, Teil 1

Kapitel 1

Haushalt
oder wie ein Lappen hilft, Geld zu sparen.




Gerade im Haushalt gibt es viele Sparmöglichkeiten. Die meisten Menschen handeln aus Gewohnheit. Hier kann man alltägliche Handlungen überdenken, indem man sich bemüht, die Welt mit Kinderaugen zu betrachten. Die häufigste Frage, die Kinder stellen ist: warum?
Stellen auch Sie sich diese Frage, wenn Sie Dinge des Alltages betrachten, fangen Sie bei der üblichen Hausarbeit an:
Statt dem üblichen Griff zur Küchenrolle sollten Sie häufiger zum Lappen greifen. Ich verwende einen, den ich waschen kann und benutze die Küchenrolle nur noch, wenn es wirklich nötig ist, z.B. bei stark riechenden Lebensmitteln wie Fisch oder Knoblauch. Mit der Schere schneide ich nur soviel davon ab, wie ich wirklich brauche. Sie werden sehen, wie oft man nur aus Bequemlichkeit zu der Küchenrolle greift. Den Lappen kann man regelmäßig waschen. Das ist trotzdem noch billiger als die Papiertücher und schont die Umwelt. Eine weitere, teure Gewohnheit ist die Dosierung von Spül- und Putzmitteln. Auch hierbei lässt sich viel Geld sparen. Heben Sie die alten Flaschen der Putzmittel auf und füllen Sie die Hälfte des neuen Putzmittels in die alte Flasche. Füllen Sie die Flaschen mit Wasser auf. Sie erhalten das Doppelte zum Preis von einem. Zudem entlasten Sie auch hierbei die Umwelt, aber nur, wenn Sie auf die richtige Dosierung achten. Dieses Prinzip lässt sich auch auf Shampoo-, Dusch-, Bade- und Waschmittelflaschen anwenden. Denken Sie zukünftig beim putzen auch daran, dass Sie, sobald Sie etwas säubern, Sie etwas anderes verschmutzen. Putzen Sie also nur, wenn etwas schmutzig ist und nicht weil freitags immer die Treppe gewischt wird.
Gehen Sie weiter mit offenen Augen durch die Küche. Es müssen nicht immer Spezialputzmittel sein. Ich habe mich bei der älteren Generation umgehört und Erstaunliches entdeckt. Viele Helferlein gab es früher noch gar nicht und bei unseren Großeltern war es trotzdem sauber.
Essig ist zum Beispiel ein Putzmittel für Vielerlei. Eine halbe Tasse billigen Haushaltsessig auf einen Putzeimer mit warmen Wasser ist ein prima Reiniger für den Flur, die Fensterscheiben, Spiegel, Fliesen und Kacheln, Bilderrahmenglas usw. Der im ersten Moment unangenehme Geruch verfliegt sehr schnell und ist bei der Ersparnis auch gar nicht mehr so unangenehm.
Wäschestärke wurde früher selber hergestellt. Von einer älteren Dame aus der Nachbarschaft bekam ich folgendes Rezept: 1 TL Speisestärke auf einen halben Liter Wasser, das ganze kochen. Es entsteht ein zäher Brei, den man mit kaltem Wasser verdünnt in eine Wäschesprühe füllt, schon kann es losgehen.
Seifenreste wandern in ein Schraubglas mit Wasser. So habe ich immer, wenn ich eine Seifenlauge brauche, etwas zur Hand. Das Glas kann man beliebig lange mit Seife und Wasser füttern, bei sehr guter Seife ersetzt diese Mischung sogar die Flüssigseife am Handwaschbecken. Wäsche wird mit einer Zitrone wieder blütenweiß. Die Frucht in Scheiben schneiden, in einen Wäschehandschuh einnähen und mit in die Maschine geben.
Mit Backpulver können Sie Gardinen weiß waschen: einfach etwas Backpulver mit in die Wäsche geben und ganz normal in der Maschine waschen oder Sie weichen die Gardine über Nacht in der Badewanne mit etwas Backpulver ein und waschen diese am nächsten Morgen. Dies funktioniert bei dünnem Gardinenstoffen und anderen ähnlich dünnen, weißen Stoffen. Des weiteren kann man mit Backpulver auch Fliesenfugen reinigen:
etwas Backpulver mit heißem Wasser zu einer Paste verrühren, auftragen, einwirken lassen und
anschließend abduschen. Mit Backpulver können Sie auch Thermoskannen und Vasen reinigen: ein Paket Backpulver in das Gefäß geben und mit heißem Wasser auffüllen und warten bis das Wasser kalt ist, ausspülen und das Gefäß ist sauber. Ein preiswertes und effektives Hausmittel und zudem ohne störenden Eigengeschmack. Es ersetzt in den meisten Fällen den teueren Spezialreiniger.
Von einer älteren Dame aus der Nachbarschaft, die viel strickt, bekam ich den Tipp, statt teuerem Wollwaschmittel ph-neutrales Shampoo für meine Wollpullover zu verwenden. Dies funktioniert wunderbar und ich habe viel Geld gespart, da der Pullover nicht nach der Shampoomarke fragt.
Manche Arbeitsgänge ersparten sich unsere Großeltern sogar ganz. Bei meiner Großmutter lag auf jedem hohen Schrank Zeitungspapier. Diese Angewohnheit habe ich gerne übernommen. Einige Male im Jahr wechsle ich die Zeitungen aus, werfe die benutzte ins Altpapier und habe mit das Putzen auf den Schränken ganz gespart. Sollten Sie doch mal einen Spezialreiniger benötigen oder gar bestimmte Chemikalien (z.B.Entfärber, Holzwurmtod o.ä.) fragen Sie im Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft nach. Entweder hat jemand noch einen Rest oder Sie können mit mehreren Parteien eine Flasche kaufen.
Das ist auf alle Fälle billiger und umweltschonend.
Das Prinzip des Teilens können Sie auch beim Einkaufen anwenden. Großpackungen sind meist preiswerter als kleinere Mengen. Fragen Sie Freunde, Nachbarn und Bekannte, wenn Sonderaktionen im Supermarkt sind, z.B. 3 Teile zum Preis von Einem, wenn Sie selbst nur ein Teil benötigen. Sie werden sehen, die anderen Teile werden garantiert dankbare Abnehmer finden und wenn jemand anders beim nächsten Mal so eine Aktion sieht, wird er vielleicht an Sie denken. Hier ist auch eine Pinnwand im Hausflur hilfreich, fragen Sie mal Nachbarn und, nicht vergessen, ggf. den Vermieter. So fördert man die Nachbarschaft und kann sich über wichtiges und nützliches austauschen.
Den Einkauf können Sie, vorausgesetzt, Sie können es sich so einrichten, am günstigsten am Freitagabend erledigen. Hierfür sprechen mehrere Gründe:
1. an den Parkuhren/ Parkscheinautomaten ist das Parken umsonst
2. die Regale sind für den Samstag schon frisch eingeräumt
3. kurze Wartezeiten an den Kassen
So sparen Sie Zeit, Geld und Nerven. Wenn ich gerade beim Thema einkaufen bin, komme ich von hier aus auch auf das Thema kochen. Ich studiere regelmäßig die Anzeigen der Supermärkte und stelle meinen Speiseplan darauf ab. Als ich noch in der Ausbildung war und über wenig Geld verfügte, lernte ich dies von einer Freundin, die in unmittelbarer Nähe wohnte. Wir lasen die Anzeigen gemeinsam und überlegten, was man aus den im Angebot befindlichen Dingen kochen konnte. Dann wurde eingekauft, gekocht und zwar meist so großzügig, dass noch etwas eingefroren werden konnte. Auf unsere Gefriertruhe waren wir sehr stolz. Diese hatten wir gebraucht gekauft und teilten uns die Nutzung und die Kosten. Gefriertüten wurden gesäubert und mehrfach genutzt. Später verzichteten wir hierauf ganz und hatten Plastikdosen günstig bei einer Haushaltsauflösung gekauft.
Bei Lebensmitteln haben wir uns entsprechend bevorratet, wenn diese gerade besonders günstig waren und diese Gewohnheit ist bis heute erhalten geblieben. Ebenfalls wurde auf Lebensmittel mit abgelaufener Mindesthaltbarkeit geachtet, da diese oft nur die Hälfte kosten und in den Speisenplan mit eingebaut. Obst und Gemüse ist im Netz billiger als lose, hier kann man sich die größere Menge vielleicht auch mit jemandem teilen. Sollten Sie preiswert Fallobst bekommen, nehmen Sie es ruhig mit. Wenn Sie das Obst pürieren und in kleinen Portionen einfrieren, können Sie damit Soßen und Desserts verfeinern. Auch Brot vom Vortag zum halben Preis wurde gekauft, ebenso wie Brötchen im Supermarkt und nicht beim Bäcker gekauft wurden. So haben wir immer gut, reichlich und günstig gegessen. Von dieser Freundin lernte ich auch, mich beim Einkauf im Supermarkt zu bücken, da die preiswerten Lebensmittel immer unten im Regal eingeräumt werden. In Augenhöhe werden teure Markenprodukte plaziert. Ebenso brachte sie mir bei, Käse und Wurst am Stück zu kaufen, da sich so auch mancher Euro sparen lässt.....

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