Dienstag, 31. Januar 2012

Hab ich selbst gemacht - eine Erklärung?

Das Buch hatte ich ja vor einiger Zeit schon einmal gelesen. Nun war es einige Zeit unterwegs und ist jetzt wieder hier.

Als ich es zurück bekam, habe ich gleich noch einmal darin geblättert und habe ich natürlich auch sofort wieder festgelesen. Dabei bin ich an folgender Aussage hängen geblieben:

" Deswegen laufe ich durch die großen Etagen der Kaufhäuser, während mein Blick überall die glänzenden, schönen, angepriesenen , stapelweise ausgelegten Waren streift, frage ich mich: Wer braucht das alles? Schon klar, ich brauche ja gerade in diesem Moment einen Pürierstab. Aber hier steht überall einfach.... so .... unglaublich.... viel. Ich fürchte, ich habe den Draht zur Konsumgesellschaft verloren. Einerseits war ein bißchen Abstand ja einer der Gründe für mein Experiment. Andererseits fühle ich mich ind diesem Moment auch irgendwie ausgeschlossen. - so als sei ich nur zu Besuch im Alltag der anderen Menschen. Ich habe das Gefühl, konsumieren hält alles zusammen. Es ist das, was alle Menschen tun. Sie gehen arbeiten um Geld zu verdienen um Dinge zu kaufen. Konsum ist Teil unseres gesellschaftlichen Kreislaufes. Ist Konsumverweigerung dann nicht zwangsläufig gesellschaftlicher Selbstmord? Könnte mein Experiment mein Leben radikaler verändern, als ich es mir vorgestellt habe? Könnte ich mich am Ende der 12 Monate ins gesellschaftliche Abseits katapultiert haben? Aber eben in jenem Abseits lerne ich auch viele Sachen, die ich sonst nie erfahren hätte. Und zwar nicht nur, wie man Seife macht und Krapfen backt. Vielmehr verändert sich mein Blick auf die Dinge, die ich normalerweise kaufen würde und nun selber mache. Und bei fast allen denke ich mir: Das wird viel zu billig verkauft. Das Selber machen hat mir jeden Geiz genommen. Klar, vieles von dem Schrott, der da produziert wird, ist noch nicht mal das wenige Geld wert, das sie Läden dafür haben wollen. Aber eine gute Hose zum Beispeil sollte auch gutes Geld kosten dürfen, wenn sie unter guten Bedingungen hergestellt wurde."

Ich für meinen Teil kann diese Aussage der Autorin voll und ganz unterschreiben (und hier geht es nur um meine Meinung und meine Empfindung). Ähnliche Erfahrungen habe ich auch schon gemacht und dann sollte man darüber nachdenken, ob das eine so erstrebenswerte Gesellschaft ist. Ich für meinen Teil jedenfalls mache lieber selbst, was geht und zahle für gute Dinge auch lieber etwas mehr. Klar kann ich auch nicht alles, aber mittlerweile immer mehr...




Kommentare:

Majana hat gesagt…

Das ist genau das was mich zur Zeit auch beschäftigt, und ich schließe mich da der Meinung der Autorin an. Der Überfluss, das zu viel an allem, der ganze Schrott der verkauft wird. Ich gehe unheimlich gerne bummeln, schaue gern, aber irgendwie mag ich nichts mehr kaufen. Und wenn, dann lieber weniger und dafür bestmögliche Qualität. Und das darf dann auch ruhig mehr kosten. Soll auch mehr kosten, wenn es entsprechend hergestellt wurde.

Das Buch scheint interessant zu sein, ich muss mal schauen, ob die das hier in der (Kleinstadt-)Bücherei haben.

Liebe Grüße!

Die Ordnungshüterin hat gesagt…

Stimmt! Und ich mußte gerade grinsen, denn es sind die gleichen Empfindungen hier im Hause. Ich bin schon sehr gespannt, wie unsere Experimente ausgehen und wie wir uns verändern! Liebe Grüße und danke fürs Dabeisein!

Liebe Grüße
Anna